Regio-Tramführung City Kassel

NVV-Informationsveranstaltung am 01.11.01 im Hessischen Landesmuseum,
  Kassel
  Podium: Rainer Meyfahrt (RBK), Timo Glomp (Büro infranet), Thomas
  Rabenmüller (NVV), Manfred Beinhauer (KVG). Moderation: Claus-Peter
  Müller
  von der Grün (FAZ)

  Führung durch die Kasseler Innenstadt:

  Eine neue Trasse zur direkten Anbindung der Innenstadt vom Hauptbahnhof
  aus durch die Kölnische Straße wird es [vorerst] nicht geben, wie vermutlich
  die Stadtverordentenversammlung am 05.11. beschliessen wird.

  Die RegioTram soll dann das vorhandene Straßenbahn-Netz benutzen zzgl.
  einer Neubaustrecke vom Scheidemannplatz zum Lutherplatz (Trasse
  Rudolf-Schwander-Straße). Vom Hauptbahnhof kommend (aus Richtung
  Melsungen,   Wolfhagen, Warburg) fahren die RegioTrams somit ab Scheidemannplatz
  entweder über Ständeplatz-Rathaus-Königsstraße-Königsplatz [beste
  Erschließungswirkung, aber längere Fahrzeit] oder über
  Schwanderstraße-Lutherplatz-Lutherstraße [schnelle Linienführung, aber
  in   Randlage zur Innenstadt] zum Stern und von dort weiter über die
  Leipziger Straße in den Kasseler Osten (Richtung Hessisch Lichtenau).

  NVV und KVG halten diese Variante für die "drittbeste Lösung", die wohl
  wirtschaftlich sein dürfte, wenn auch nicht so stark wie die anderen
  beiden   Varianten mit direkter Innenstadterschließung. [Man sieht offensichtlich
  im  Moment keine politische Durchsetzbarkeit der Trasse durch die Kölnische
  Straße zum Königsplatz bzw. durch die Mauerstraße, ist wohl die
  Diskussion   leid und konzentriert sich nun darauf, das Projekt RegioTram insgesamt
  auf  den Weg zu bringen. Es war aber zwischen den Zeilen auch zu hören, dass
  man sich eine "Nachrüstung" der ohnehin als zentrale Busachse genutzten
  Strecke  Scheidemannplatz-Kölnische Straße-Mauerstraße-Stern zur Schienentrasse
  als langfristiges Planungsziel offen halten will.]

  Führung im Bereich Kassel Hauptbahnhof:

  Die RegioTram fährt, aus Richtung Westen kommend über das stark
  reduzierte  Gleisvorfeld in den Bahnsteigbereich des Hauptbahnhofes. Vor dem
  Querbahnsteig verschwenken die Gleise nach Rechts in einen
  Gebäudedurchbruch im Südflügel und umrunden das Bahnhofsgebäude südlich.
  Es   laufen allerdings noch Untersuchungen für die alternative Möglichkeit
  eines  direkten Durchbruchs des Kasseler Hauptbahnhof-Gebäudes (gerade durch).
  Die   heutigen Tunnelanlagen am Bahnhofsvorplatz inkl. der Gleisrampe in der
  Kurfürstenstraße werden zugeschüttet, der gesamte Bereich neu gestaltet.

  Der RegioTram-Betrieb wird im Hbf auf drei Gleisen abgewickelt. Für den
  RB/RE-Verkehr bleiben weitere vier Gleise übrig. Der freiwerdende
  nördliche Gleisbereich im Kasseler Hauptbahnhof soll u.a. für einen Busbahnhof
  genutzt werden. Führung durch die Harleshäuser Kurve (Obervellmar - Kassel Hbf):

  In diesem Bereich sollen vier zusätzliche RegioTram-Stationen entstehen.
  Da diese zweigleisige, elektrifizierte DB-Strecke künftig vsl. nur noch
  durch RegioTrams befahren werden soll, denkt man auch über eine Übernahme der
  DB-Strecke durch die Regionalbahn Kassel und Umwidmung zur
  Straßenbahnstrecke nach BOStrab nach [Vorteil u.a. geringere
  Trennwirkung der Trasse im Vergleich zu einer Eisenbahnstrecke durch bessere
  städtebauliche Integrierbarkeit und mehr Querungsmöglichkeiten]

  Führung über die Kurhessenbahn (Wolfhagen - Obervellmar):

  Hier sind drei neue Stationen und zwei neue zweigleisigen Abschnitte
  geplant. DER Bahnhof Wolfhagen muss umgebaut werden, um den
  Anforderungen
  der RegioTram zu entsprechen. Die Kurhessenbahn soll nicht
  elektrifiziert
  werden. Dadurch werden in Nordhessen als Zweisystemfahrzeuge nicht nur
  Gleichstrom/Wechselstrom-Fahrzeuge (e/e) als RegioTram zum Einsatz
  kommen,
  sondern auch Gleichstrom/Dieselelektro-Züge (d/e). Neben der RegioTram
  werden auf der Kurhessenbahn "moderne Triebwagen" auf der RE-Linie
  Korbach - Kassel-Wilhelmshöhe verkehren. Systemverknüpfungen zwischen RE
  und RegioTram sind in Wolfhagen sowie Ahnatal-Weimar geplant.

  Fahrzeuge:

  Europaweit ausgeschrieben wurden insgesamt 26 RegioTram-Züge. Derzeit
  laufen Bietergespräche, die vsl. bis Ende November zum Abschluss
  gebracht
  werden sollen. Die ersten acht neuen e/e-Fahrzeuge sollen ab Anfang 2004
  zur Verfügung stehen und die derzeit im RegioTram-Vorlaufbetrieb
  eingesetzten Saarbrücker Stadtbahnzüge, die bis Ende 2003 ausgeliehen
  sind,
  ablösen. Ab Ende 2005 kommen noch weitere acht e/e- und zehn d/e-Züge
  dazu.
  Die Einstiege der Züge werden allesamt niederflurig sein (Einstiegshöhe
  35
  cm). Die RegioTram wird an Bahnsteighöhen zwischen 0 und 55 cm halten,
  Regelhöhen sind 18-20 cm im Kasseler Straßenbahnnetz und 35 cm an
  Eisenbahnstrecken. Auftretende Höhenunterschiede beim Einstieg sollen
  für
  Rollstuhlfahrer durch eine serienmäßige, manuelle Schwenkschieberampe
  (durch den Fahrer zu bedienen) ausgeglichen werden.

  Inbetriebnahme:

  Seit Juni 2001 läuft der Vorlaufbetrieb auf der Strecke
  Warburg/Hofgeismar - Kassel Hbf. Ab dem Fahrplan 2005/2006 sollen
  zunächst
  drei RegioTram-Linien eingerichtet werden [vermutlich Warburg/Hofgeismar
  -
  Kassel - Kaufungen, Wolfhagen - Kassel - Hessisch Lichtenau und
  Melsungen -
  Kassel]. Eine vierte Linie von Vellmar West über Kassel nach Lohfelden
  soll
  in einem zweiten Schritt realisiert werden, ebenso ist eine weitere
  RegioTram-Station "Tannenwäldchen" (Höhe Schenkendorfstraße) geplant.

  EMNID-Umfrage:

  Was wollen die Bürger in Stadt und Region? Im Auftrag des NVV befragte
  EMNID repräsentativ insgesamt 1000 Personen (jeweils 500 aus der Stadt
  Kassel und aus dem Umland im Einzugsbereich einer künftigen
  RegioTram-Linie).

  - Bekanntheit der RegioTram
  "Haben Sie schon einmal vom Verkehrsmittel RegioTram etwas gehört oder
  gelesen?"

  "Ja"
  Total (n=1000): 71,0%
  Stadt Kassel (n=500): 72,8%
  Umland (n=500): 67,3%

  ÖPNV-Nutzer
  oft (n=76): 78,8%
  gelegentlich (n=228): 77,8%
  selten (n=287): 71,0%
  nie (n=278): 59,1%

  - Zielpräferenz
  "Welche der beiden Möglichkeiten finden Sie persönlich besser?"

  Total (n=1000): Bis in die Fußgängerzone hinein 46,9%, an den Rand der
  Fußgängerzone 49,6%
  Stadt Kassel (n=500): Fußgängerzone 43,2%, Rand 53,2%
  Umland (n=500): Fußgängerzone 54,2%, Rand 42,6%

  - Nutzungsabsicht der RegioTram aus dem Umland
  "Mal angenommen die RegioTram würde heute schon ihren Wohnort mit der
  Innnestadt von Kassel verbinden. würden Sie mit der RegioTram nach
  Kassel
  fahren, wenn diese... führt?" (n=500, Mehrfachnennung möglich,
  Nutzungsabsicht bestimmt oder wahrscheinlich, 95%
  Sicherheitswahrscheinlichkeit)

  ..bis in die Fußgängerzone... 82,4%
  ..bis an den Rand der Fußgängerzone... 75,9%

  RegioTram-Nutzung ÖPNV-Nutzer "oft" (n=151)
  Fußgängerzone 86,1%, Rand 80,9%

  RegioTram-Nutzung PKW-Nutzer "oft" (n=125)
  Fußgängerzone 75,4%, Rand 76,8%


Stichwortprotokoll: VCD Kassel

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